Buchhandlung
am Tierpark

Hilma von Sofia Lundberg

Hilma af Klint hat noch vor Wassily Kandinsky abstrakt gemalt, nur verfügte sie, dass ihr Werk erst 20 Jahre nach ihrem Tod der Öffentlichkeit zugänglich werden sollte. Die Malerin, die sich gemeinsam mit vier anderen Frauen von Seelen aus der Geisterwelt beim Malen inspirieren ließ, wird erst seit ein paar Jahren entdeckt. Ein Roman, der einem diese ungewöhnliche Frau näherbringt.

Reine Farbe von Sheila Heti

Man schlägt dieses Buch auf und weiß nicht so recht, woran man ist: die Welt ist unterteilt in Vögel-, Bären- und Fisch-Menschen, die Seele des Vaters geht beim Sterben in den Körper seiner Tochter über, hält sie vom Rauchen ab und schenkt ihr mehr Freude, und eine feine Freundschafts- und Liebesgeschichte wird auch noch gekonnt erzählt.
Ein erfrischend anderer Blick auf die Welt!

Kochen im falschen Jahrhundert von Präauer

Ein Abend mit Freunden und leckerem Essen, das ist die Ausgangskonstellation. Nur verläuft der Abend immer etwas anders. Tonangebend sind dabei die Kapitelüberschriften, die als kleine Rezepte daher kommen. Humorvoller Blick auf aktuelle Themen und gesellschaftliche Verhaltensweisen!

Toni Morrison: Rezitativ von Toni Morrison

Die Wiederentdeckung von Toni Morrisons einziger Erzählung, erstmals 1983 erschienen und nie zuvor ins Deutsche übersetzt, ist eine literarische Sensation und enthält die Quintessenz ihres Schaffens. Die Nobelpreisträgerin spielt darin mit unserer Wahrnehmung: Von Beginn an wissen wir, dass eine der beiden Hauptfiguren schwarz ist und die andere weiß – doch welche ist welche?

Twyla und Roberta begegnen sich als Achtjährige im Kinderheim. Sie werden Vertraute, geben einander Halt und Trost. Sie sind unzertrennlich, doch später verlieren sie sich aus den Augen. Zufällig begegnen sie einander immer wieder, erst in einem Diner, dann im Supermarkt und bei einer Demonstration. Sie stehen in jeder Hinsicht auf verschiedenen Seiten und sind sich uneinig über die wichtigsten Fragen – trotzdem fühlen sich die beiden Frauen einander tief verbunden.

In diesem erstmals auf deutsch erschienenen Büchlein - Original von 1983 - offenbart sich die ganze sprachliche Raffinesse der Nobelpreisträgerin. So viel zu unserem Schwarz-Weiß-Denken. Zum Staunen und Nachdenken!

Kleine Dinge wie diese von Claire Keegan

Irland, 1985 es sind schwierige Zeiten. Bill Furlong ist Kohlenhändler aus kleinen Verhältnissen. Er ist glücklich verheiratet und hat fünf Töchter. Sie besitzen nicht viel, aber sie haben ein Auskommen.
Als er in der Vorweihnachtszeit eine Ladung Kohlen für die Wäscherei in das hiesige Kloster liefern soll, macht er eine verstörende Entdeckung. In einen Schuppen eingesperrt findet er ein ängstliches , durchfrorenes Mädchen, das behauptet ihr Baby wurde ihr weggenommen.
Wie soll er sich verhalten? Wegschauen oder helfen?
Ein Miniaturroman, der die Gewissensnot des Kohlenhändlers aufzeigt. Ein Plädoyer für mehr Humanität und Empathie.
Claire Keegan arbeitet in diesem Buch ein Stück irische Geschichte auf. Die Magdalenwäscherei in einem Katholischem Kloster gab es wirklich. Dort wurden „gefallene Frauen“ zum Arbeitsdienst gezwungen. Ihnen wurden die Babys weggenommen und sie mussten den ganzen Tag bis zur Erschöpfung Wäsche waschen.
Erst im Jahr 1996 wurde die letzte Einrichtung dieser Art geschlossen.

Die erste Frau von Jennifer Nansubuga Makumbi

Die ist die Geschichte von Kirabu. Sie spielt in den 70-er Jahren in Uganda zur Zeit des Regimes von Idi Amin.
Kirabu wächst bei Ihren Großeltern auf dem Land auf. Ihr Vater lebt mit seiner neuen Familie in der Hauptstadt Kampula, ihre Mutter hat sie nie kennengelernt. Sie ist ein Wildfang, dickköpfig, intelligent und der Liebling ihres Großvaters.
Ihre Kindheit wird geprägt von Ihrer Großmutter, der Dorfhexe Nsunta und Ihrer Tante Abi, die eine Art Mutterersatz für sie sind. Kirabu führt ein behütetes Leben und wird vor allem beschützt.
Als sie älter wird holt ihr Vater sie zu sich, aber Kirabu fühlt sich in seiner neuen Familie nicht willkommen und als es zu Konflikten kommt, wird sie in ein elitäres christliches Mädcheninternat gesteckt.
Ein Buch über Freundschaft, soziale Herkunft, Familie, Mutterschaft und Selbstbestimmung, eine feministische Coming- of- Age-Geschichte über starke Frauen in der patriarchalen ugandischen Gesellschaft.

Wir hätten und alles gesagt von Judith Hermann

Judith Hermann: "Wir hätten uns alles gesagt":
In den Frankfurter Poetik-Vorlesungen erfahren wir -ohne dass es jemals trocken und theoretisch wird- etwas über die Hintergründe des Schreibens. Wie schreibt man über das, was man kennt so, dass es verfremdet und gleichzeitig verdichtet ist?
Für alle, die schon immer mehr über die Großmutter der ersten Erzählung in Judith Hermanns erstem Buch "Sommerhaus später" wissen wollten.
"Wir hätten uns alles gesagt" ist Judith Hermanns persönlichstes Buch!

Der Keim von Tarjei Vesaas

Es gibt nicht viele Autoren, die so eine dichte Atmosphäre herbeiführen können wie Vesaas. Zum Glück liegt sein 1940 geschriebenes Buch nun dank des Guggolz-Verlags, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gute Literatur auf deutsch zu übersetzen, auch bei uns vor.
Auf einer kleinen Insel ermordet ein Fremder im Wahn ein junges Mädchen und wird von den Inselbewohnern dafür getötet. Wie konnte das geschehen? Wie gehen die einzelnen Bewohner damit um? Eine moralisch-existenzielle Fragestellung, die ein poetisches, intensives und eindringliches Leseerlebnis beschert.

Der Hexenzirkel Ihrer Majestät von Juno Dawson

Nach einem Bürgerkrieg unter den Hexen versuchen die Freundinnen Niamh, Leonie, Helena und Elle, in ihr »normales« Leben zurückzukehren. Doch Niamh trauert um ihre große Liebe und hadert mit ihren Gefühlen für den Gemüselieferanten Luke; Leonie kämpft für ihren eigenen Zirkel aus Hexen of Color; Helena muss als Hohepriesterin des Hexenzirkels ihrer Majestät die magische Behörde am Laufen halten; und Elle ist mit einem Nicht-Magier verheiratet, der nichts von ihren Kräften ahnt – bis ihre Tochter sich als Hexe entpuppt.

Atemberaubend. feministisch und wunderbar hexenhaft. June Dawson hat mit diesem Buch einen packenden Auftakt zur Hexenzirkel-Trilogie geschaffen. Nicht nur die Charaktere erobern hier die Leser-Herzen im Sturm, sondern auch die fesselnde Handlung voller Magie und Gefühl.

Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst von Albrecht Müller

Weinleseempfehlung vom 03.03.2023

Demokratie klingt schön. Tatsächlich wird sie täglich ausgehöhlt. Wir alle werden ständig bedrängt zu denken, was andere uns vorsagen. Die meisten politischen Entscheidungen werden unter dem Einfluss massiver Propaganda getroffen - von der Agenda 2010 bis zu den neuen Kriegen. Dieses Buch hilft, sich aus dem Gestrüpp der Manipulationen zu befreien. Albrecht Müller beschreibt gängige Methoden der Manipulation sowie Fälle gelungener oder versuchter Meinungsmache und analysiert die dahintersteckenden Strategien. Es ist an der Zeit, skeptischer zu werden, nur noch wenig zu glauben und alles zu hinterfragen. Es ist Zeit, wieder selbst zu denken.