Buchhandlung
am Tierpark

Hast du uns endlich gefunden von Edgar Selge

"Wahrscheinlich bin ich auf die Bühne gegangen, um Worte aneinanderzureihen. Mehr nicht"

Edgar Selge erzählt in seinem Buch die Geschichte seiner Kindheit in einer westdeutschen Kleinstadt in den sechziger Jahren. Sein Vater ist Gefängnisdirektor einer Jugendstrafanstalt, Musik- und Literaturliebhaber und so findet sein Leben zwischen Gefängnismauern und viel klassischer Musik statt. Er ist im Gegensatz zu seinen Brüdern ein Träumer und geht den Auseinandersetzungen um politische Themen am Küchentisch lieber aus dem Weg. Da er so sanft ist wird er zum bevorzugten Opfer seines despotischen Vaters. Ein biographischer Roman einfühlsam und Humorvoll geschrieben.

Der Brand von Daniela Krien

Wie unter einem Brennglas sieht Daniela Krien sich fein nuanciert ein Ehepaar in der Lebensmitte an, bei dem es neben den Beziehungsfragen auch um gesellschaftspolitische Fragen geht. Was macht eine gute Ehe aus? Wie soll es nach 30 gemeinsamen Jahren weitergehen, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Wie soll man in einer Gesellschaft leben, in der Shitstorms und Rassismus an der Tagesordnung sind und in der eigenständiges Denken nicht gefördert wird? In der statt „Sinngebundenheit“ Selbstverwirklichung als erstrebenswertes Lebensziel angepeilt und vor uns alle hingestellt wird? Bei der Rückschau auf diese Beziehung tippt Daniela Krien auch feinsinnig und leicht das „Westlichwerden“ an. In der Ehe-Geschichte von Rahel und Peter, ihren Kindern, Enkeln und den Vielleicht-mehr-als-Freunden Ruth und Viktor, deren Haus, Garten und Tiere sie in der Uckermark drei Wochen im Sommer hüten, offenbart sic h einmal mehr Daniela Kriens Gespür dafür, den Finger analysierend und klug auf den Puls der Zeit zu legen und zu fragen statt zu antworten.

Die Stadt ohne Wind - Arkas Reise von Éléonore Devillepoix

Arka, ein 13-jähriges Mädchen, das bei den Amazonen aufwuchs und magische Kräfte hat, begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater, der Magier sein soll, in die große 7-Schichten-Stadt Hyperborea. Ihr gelingt mit ihrem wie ein wildes Pony aussehenden Einhorn Zwerg der Sieg bei dem alljährlichen Reitturnier. Angetrieben von ihrem Wunsch, sich in Magie ausbilden zu lassen, erkämpft sie sich beim Wettstreit einen der begehrten Plätze zur Elevin des Magiers Lastyanax und darf nun am Magieunterricht teilnehmen. Als der Mentor von Lastyanax getötet wird, begeben sich die beiden auf die gefährliche Suche nach dem Mörder, doch wie sollen sie ihn finden, da er wie ein Windhauch ist – und es in Hyperborea keinen Wind gibt?
Für alle Harry Potter-Fans ein Muss!

"Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells

Benedict Wells, Bestseller Autor, 37 Jahre, geboren in München, lebt inzwischen in Zürich, hat fünf Romane geschrieben, ganz neu im Februar erschienen: Hard Land“.
Mein erstes Buch von ihm: „Vom Ende der Einsamkeit“ (2016), ein Familienrom.
Der 10jährige Jules und seine beiden älteren Geschwister wachsen nach dem Unfalltod ihrer Eltern in einem Internat auf, gehen getrennte Wege und finden immer wieder zusammen.
Jules erzählt uns auf berührende Weise sein Leben, lässt uns teilhaben am Schicksal seiner Geschwister, an seiner Traumwelt, an der geheimnisvollen Liebe zu Alva, einer Mitschülerin.
Ein sehr persönlicher Roman über die Frage „Wer bin ich?“, den Umgang mit Verlust und Einsamkeit, mit einem unerwarteten Ende.
Tragisch, manchmal traurig, aber auch fröhlich und schön, bewegend, auf angenehme Weise spannend.
Ich bin von dem Buch begeistert und neugierig auf die anderen Romane.

Judith S.

Kairos von Jenny Erpenbeck

Katharina und Hans treffen Ende der 80er Jahre in Ostberlin aufeinander. Sie ist 19, er 53, sie in der Ausbildung und ungebunden, unschuldig, er bekannter Autor, Ehemann und Vater. Er war begeisterter Hitlerjunge im Krieg, der später bewusst in die DDR zog, weil er dort das Gefühl hatte, gebraucht zu werden; damit die Toten nicht umsonst gestorben waren. Sie wird seine Geliebte, sie treffen sich nur heimlich, gehen ganz auf im Wir. Unzählige Male werden sie sich an ihre erste Begegnung erinnern, denn wäre nicht alles ganz anders gekommen, hätten sie diesen günstigen Zeitpunkt, Kairos, verstreichen lassen?
Nach Hans Tod erhält Katharina einen Karton, in der Hans Briefe und Erinnerungsstücke an ihre gemeinsame Zeit aufbewahrte. Gemeinsam mit dem Karton, in der sie Briefe und Erinnerungsstücke aufbewahrt, ergeben sie die ganze Geschichte ihrer Liebe. In der untergehenden DDR ringen sie miteinander um Liebe, Freiheit und mit Gewalt und Lüge als Altlasten des Zweiten Weltkriegs.
Jenny Erpenbeck gelingt es, in wunderschöner, fast lyrischer Sprache das teilweise schwer Sagbare zu erzählen und es als Fragen vor uns hinzustellen: Wie wollen wir leben? Hat man immer eine Wahl? Wie viel Freiheit gestehen wir dem anderen zu?
Ein großer bildungsbürgerlicher Roman für alle Theater- und Musikliebhaberinnen und –liebhaber, gespickt mit Bach, Mozart, Chopin, Brecht, Eisler, Busch.

"Die Romantherapie. 253 Bücher für ein besseres Leben"" von Bünger / Berthoud / Elderkin

Wundervolle Lektüre für Bücherliebhaber*innen.
Dieses Buch nehme ich gern immer wieder einmal zur Hand. Es gibt Buchempfehlungen
für verschiedenste Lebenslagen und Leiden, Abhilfetipps bei Leseleiden (z.B.
Überwältigtsein von der Menge der Bücher in der Welt) und diverse Bücherlisten
(z.B. Die zehn besten dicken Schinken).

Franka

"Gelassen und ein bisschen weiser: Lebensansichten starker Frauen" von Ute Karen Seggelke

„Männer mit 60 können immer noch sehr sexy und attraktiv sein, Frauen nicht.“ sagt
Gesine Schwan, die Präsidentin der Universität Viadrina. Jahrgang 1943.
Die Frau mit dem hochgesteckten Haar redet von Glück, Erfolg, Trauer und Zukunft.
Ähnlich auch Margarita Kling, Schauspielagentin. Jahrgang 1944:
Die Mutter der Schauspielerinnen Anja und Gerit Kling erzählt von ihrer Kindheit, ihrem
Leben, ihrer Zukunft. Sie sind zwei von 21 Frauen, die das 60. Lebensjahr überschritten
haben, porträtiert hat Sie die Fotografin Ute Seggelke.
Sie sprechen über Familie, Liebe, Tode, Neugierde und Ängste. Entstanden sind
persönliche und ehrliche Porträts. Und es zeigt sich: Die reifen Jahre bedeuten
Bereicherung

"Brennendes Licht: Anna Seghers in Mexiko" von Volker Weidermann

Ich möchte Ihnen und allen Buchfreunden das Buch von Volker Weidermann „Brennendes Licht“ empfehlen, eine sehr warmherzig geschriebene biografische Erzählung über Anna Seghers‘ Jahre im mexikanischen Exil. Er schildert ihre Begegnungen mit Pablo Neruda, Diego Riviera und Egon Erwin Kisch, vor allem aber auch mit der mexikanischen Geschichte und Kunst. Mit Frida Kahlo verbindet sie das Schicksal eines fast tödlichen Verkehrsunfalls und die Kraft, sich davon nicht von ihrer künstlerischen Bestimmung aufhalten zu lassen. In dieser Zeit erlebt sie den Welterfolg ihres Romans „Das Siebte Kreuz“ und schreibt den Flüchtlingsroman „Transit“. Das alles unter schwierigen Lebensbedingungen und komplizierten Verhältnissen mit einigen ihrer kommunistischen Weggefährten im mexikanischen Exil.

Hans M.

"Sungs Laden" von Karin Kalisa

Meine Buchempfehlung ist: Karin Kalisa „Sungs Laden“.
Das Buch stimmt positiv. Man überleg sich, wie warmherzig das Leben in Berlin sein
könnte, wenn die Menschen häufiger offen und hilfsbereit aufeinander zugehen
würden. Manchmal sind es nur kleine Schritte, die eine Veränderung möglich
machen…

C.C.

"Paradise City" von Zoe Beck

Deutschland in der Zukunft, weite Teile sind entvölkert, Berlin nur noch Kulisse für die
Touristen. Die Megametropole Frankfurt am Main ist die neue Hauptstadt. Den Menschen geht es gut, sie sind zufrieden.
Spannend wird es, als die unabhängige Journalisten Liina Ungereimtheiten bei der Benutzung der Gesundheits-App
feststellt und damit in ein Wespennest stößt. Ein Krimi, mit einem spannender und durchaus realistischer Blick in unsere Zukunft.